Bibliomanie - der wahnsinnige Bücherblog.

Schön, dass Du hier bist, fühl' Dich wie Zuhause!


Diese Seite beschäftigt sich ausschließlich mit meiner großen Leidenschaft für Bücher, die mittlerweile mehr als nur Suchttendenzen aufweist. Das stört mich aber nicht weiter, sondern nur meinen Geldbeutel und minimiert den freien Platz meiner Wohnung. ;-)

 

Ich werde unruhig, wenn mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) zu klein wird, wenn ich mehrere Stunden nichts gelesen oder gehört habe, wenn ich Bücher, die ich sehe, nicht anfassen, oder an ihnen riechen kann, oder ich mich nicht regelmäßig in Leserunden über Bücher austauschen kann. Ja, ich weiß, ich hab sie nicht alle, aber die Seite heißt nicht umsonst Bibliomanie und in der Leiste steht ebenfalls nicht umsonst "Achtung, Bücherwahn!".

 

Die Stempel, die Ihr oben seht, habe ich von den verschiedenen Verlagen oder Lovelybooks für die Teilnahme an Projekten oder für Rezensionen bekommen. Ich beschäftige mich also oft und ausführlich mit lesen und bloggen, bzw. rezensieren.

 

So das erstmal von mir und zur Erklärung der Seite, nun wünsche ich Dir viel Spaß beim Umschauen. Gerne kannst du mit mir in Kontakt treten, wenn du Kritik, Anregungen, oder Fragen hast - ich freue mich immer über Feedback.

 

„Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke,

sondern zu meinem Buchhändler.“

– Philippe Dijan -

 

„Bücher sind kein geringer Teil des Glücks.

Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.“

– Friedrich der Große -

 

„Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.“

– Aldous Huxley -

 



Mein neuester Blogartikel:

Rezension: Sturzflug von Alex Kava

Die Jagd nach einem der kaltblütigsten Killer der USA.

Klappentext:

In Chicago springt ein Mann aus dem dreizehnten Stock eines Hotels. Kurz darauf werden Hunderte von toten Schneegänsen auf einem See in der Nähe des Missouri entdeckt. Als Ryder Creed mit seinem Spürhund schließlich die Leiche einer jungen Frau findet, ahnt er noch nicht den unheilvollen Zusammenhang zwischen diesen Fällen. Mit FBI-Profilerin Maggie O’Dell an seiner Seite gerät er der Wahrheit auf die Spur und mitten hinein in die Jagd nach einem der kaltblütigsten Killer der USA.

 

Autorin:

Alex Kava ist seit ihrem Debütroman Das Böse mit ihren Thrillern regelmäßig auf den internationalen Bestsellerlisten vertreten. Sturzflug ist der dritte Teil von Alex Kavas Serie um den charmanten Hundeführer Ryder Creed, der FBI-Profilerin Maggie O’Dell zur Seite steht.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 352 Seiten kostet 9,99€ und die Kindle-Edition 8,99. Veröffentlicht wurde der Thriller am 11.12.2017 im Diana-Verlag. "Sturzflug" ist der dritte Teil einer Serie, aber ein in sich abgeschlossener Fall.

 

Handlung:

Ryder Creed findet auf einer Mantrailing-Suche mit seiner sebstausgebildeten Hündin die Leiche eines Mädchens und zwei tote Rotkehlchen. Mittlerweile weiß man, dass ein Killer ein mutiertes Virus der Vogelgrippe in verschiedenen Gebieten verteilt. Nach und nach werden die Ausmaße immer schlimmer und auch Ryder, seine Kollegen und die Hunde werden unter Quaranzäner gestellt, nachdem gerade noch verhindert werden kann, dass die Hunde wegen des Virusses erschossen werden.

Der Thriller ist mega spannend und ein echter Pageturner. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, unter anderem aus Ryders Sicht und aus der Sicht des Mannes der scheinbar aus dem hohen Stock des Hotels Selbstmord begangen hat. Die Handlung ist fpr mich kein Stück vorhersehbar, sie Spannungskurve ist konstant hoch, so wie ich es bei einem guten Thriller mag. Oft habe ich beim Lesen die Luft angehalten und richtig mit den Ryder und den anderen Figuren mitgefiebert.

 

Figuren:

Mir war vor allem Ryder von Beginn an sehr sympathisch. Er nimmt Hunde bei sich auf, die andere Menschen ausgesetzt haben und gibt ihnen ein liebevolles Heim und eine sinnvolle Arbeit. Aus Dankbarkeit und Respekt tun die Hunde alles für ihn, und das zahlt sich aus, denn Ryder wird oft um Hilfe gebeten, außerdem bildet er die Hunde auch in Heimen aus, damit sie lernen, verschiedene Krankheiten zu erschnüffeln. Ich habe deutlich gemerkt, dass Alex Kava selbst ein Hundemensch ist, sie stellt die Tiere wirklich klasse dar.

Die anderen Figuren, auch Maggie O´Dell, die Profilerin sind zwar für die Geschichte wichtig und auch alle auf ihre Art authentisch und originell, aber ich bin ein totales Ryder-Fangirl geworden und werde wegen ihm auch alle übrigen Teile der Serie lesen und sicher auch lieben.

 

Schreibstil:

Alex Kava schreibt sehr detailliert und bildhaft, sodass man nicht darum herumkommt, tief in die Szenen einzutauchen. Fast leidet man sogar mit den Menschen mit, die helfen, das Virus zu verteilen, denn natürlich geht es auch ihnen schlecht. Ich habe noch nie mit Antagonisten mitgelitten, aber die Autorin hat hier ein neues Lesegefühl für mich geschaffen. So konnte ich eine ganz andere Sicht auf die Geschichte bekommen, als ich sie sonst gehabt hätte. Wirklich großes Kino.

 

Fazit:

Für Thrillerleser eine absolute Empfehlung, die Geschichte ist wirklich sehr spannend und abwechslungsreich, vor allem aber ist sie nicht vorhersehbar. Ich kann hier nichts kritisieren und freue mich sehr, dass ich die Autorin und Ryder gefunden habe. 5 Sterne!

Rezension: Das kleine Buch der Ruhe und Gelassenheit von Ashley Davis Bush

Für jede Situation die passende Technik, um Körper und Geist zu beruhigen.

Klappentext:
Wenn der Alltag stresst und der Kopf nicht zur Ruhe kommen will, kann dieses bezaubernde Buch Wunder wirken. Ashley Davis Bush präsentiert einfache Übungen, die in Minutenschnelle helfen, spürbar gelassener durchs Leben zu gehen. Egal, ob Sie mit dem Auto im Stau stecken, eine wichtige Prüfung vor sich haben oder eine lange To-do-Liste abarbeiten müssen – für jede Situation gibt es die passende Technik, um Körper und Geist zu entspannen und den Puls wieder zu beruhigen.
Gönnen Sie sich täglich ein paar Minuten Auszeit, und Sie werden sich gestärkt, fit und einfach glücklicher fühlen.

 

Autorin:
Ashlex Davis Brush ist eine lizensierte Psychologin und Trauerberaterin. Ihre Praxis hat sie in Epping, New-Hampshire in den USA. Sie ist die Autorin mehrerer Selbsthilfe-Bücher, die wirklich alle phänomenal sind. Man merkt tatsächlich, dass sie weiß, wovon sie spricht und eine Menge Erfahrung in die Bücher einbringt.

 

Daten:
Das kleine Taschenbüchlein mit 96 Seiten kostet 8,99€, die Kindle-Edition 7,99. Veröffentlicht wurde das Selbsthilfe-Buch am 09.10.2017 im heyne-Verlag. Das Buch passt mit seinem Format hervorragend in die Hand- oder Jackentasche, dort hat es auch bei mir seinen festen Platz gefunden.

 

Inhalt:
Wie auch schon der Vorgänger "Das kleine Buch vom achtsamen Leben" hat das Taschenbuch einen angenehmen, fexiblen Einband und eine kleine, handliche Größe. Ich vermute mal, dass es tatsächlich so formatiert wurde, damit man es leicht überall mit hin nehmen kann.
"Das kleine Buch der Ruhe und Gelassenheit" ist wie gesagt kein esoterischer Roman, sondern gibt in sieben Kapiteln Übungen an die Hand, mit deren Hilfe man sich wieder beruhigen kann, wenn man gerade in stressigen Situationen steckt oder gesteckt hat. In jedem der Kapitel findet man Übungen, Instrumente und Methoden wie z.B. Achtsamkeit, kleine Meditationen, Visualisierungen und stille Betrachtungen, mit denen man sich wunderbar wieder runter fahren kann.
Ich habe aufgrund meiner Borderline-Persönlichkeitsstörung und meiner Hochsensibilität oft mit Unruhe und Überforderungen zu kämpfen und die Übungen, die die Autorin mir näher bringt sind wirklich klasse und sehr hilfreich. Es gibt einige, die sind nicht so meins, aber das ist Geschmackssache und es gibt wirklich so viele verschiedene Möglichkeiten, zu sich selbst zurück zu kehren, dass mit 100%iger Sicherheit für jeden mindestens eine dabei ist, die einem liegt.

 

Fazit:
Dieses Buch ist wirklich eine absolute Empfehlung von mir. Nicht nur für einen selbst, sondern mit seinen freundlichen Worten und hübschen Zeichnungen ist es auch ein tolles Geschenk für Menschen, die mehr Ruhe und Gelassenheit in ihren Alltag bringen möchtenn. Ich vergebe 5 megatolle Sterne für dieses süße Büchlein und bin hellauf begeistert.

Rezension: Begegnung in Red Oak Mountain von Marla Grey

Wie lange hält die Liebe, wenn dich die Vergangenheit einholt?

Klappentext:

Roux Whitton weiß, was er will, und er weiß auch, wie er es bekommt. Affären gehören für ihn zum Alltag, an wahre Liebe glaubt er nicht mehr. Als sein Onkel ins Krankenhaus eingeliefert wird, muss Roux die Verantwortung für dessen Café übernehmen. Zur Unterstützung stellt er die widerspenstige Robin Sanchez ein. Doch die dunkelhaarige Schönheit ist nicht nur gegen seinen Charme immun, sondern scheint ihn auch sonst nicht ausstehen zu können. Und je mehr Roux versucht, einen Blick hinter ihre Fassade zu werfen, desto weiter zieht sich Robin zurück. Als er ihr endlich doch näher kommt, verliert er nicht nur sein Herz, sondern wird auch mit seiner eigenen düsteren Vergangenheit konfrontiert …

 

Autorin:

Anina von Jesche, geboren 1986, ist Mutter von zwei Töchtern und lebt mit Freunden und Familie in Deutschland. Marla Grey ist ihr Pseudonym. Schreiben ist schon immer ein fester Bestandteil ihres Lebens und für sie fast so wichtig wie atmen. Zwischen Küchentischdebatten, Spielzeugbergen und dem herrlich verrückten Alltag in einer WG, hält sie ihre Ideen am Liebsten in Notizbüchern fest.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 248 Seiten kostet 13,00€, die Kindle-Edition 3,99€. Veröffentlicht wurde das Ebook am 04.12.2017, das Taschenbuch folgt am 12.01.2018, beides kommt aus dem Forever-Verlag von Ullstein.

Das Buch ist der dritte Teil einer Serie um Red Oak Mountain, die Geschichten sind jedoch abgeschlossen, lediglich die Figuren überschneiden sich in den Geschichten. Ich habe es als Einzelband gelesen und mir hat es an nichts gefehlt.

 

Handlung:

Die Geschichte beginnt mit Roux, der sich in dem Café den Wolf arbeitet, er stemmt Doppelschichten und übernimmt sämtliche Aufgaben, für die er eigentlich nicht gemacht ist, aber er möchte seinen Onkel wertschätzen, der ihn damals bei sich aufgenommen hat. Er braucht dringend Verstärkung, und so stellt Robin sich bei ihm vor. Zu Anfang sind sie wie Feuer und Wasser, zumindest ist Robin ziemlich unfair ihm gegenüber. Das hat jedoch seinen Grund und ändert sich, doch dann passiert etwas, womit Roux nicht gerechnet hat. Was wird nun aus den beiden?

Die Geschichte ist so voller Sympathie, dass ich mich dem Zauber nicht entziehen konnte und das Buch in zwei Tagen ausgelesen habe. Sie ist abwechslungsreich, obwohl man sich vielleicht denken kann, wo die Reise hingeht, aber sie hält einige Überraschungen und Wendungen bereit, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Ich habe mich mit diesem Roman sehr wohlgefühlt und bin immer gerne nach Red Oak Mountain zurück gekehrt. Deswegen werde ich auch die anderen Bände lesen. 

 

Figuren:

Zuerst habe ich Roux kennen und lieben gelernt. Trotz seinem Frauenverschleiß ist er ein lieber, fürsorglicher Mensch, mit dem man gerne seine Zeit verbringt und der auch in meiner Vorstellung richtig gut aussieht. Er ist ein richtiger Book-Boyfriend und ich hätte oft gerne mit Robin getauscht.

Mit Robin hatte ich anfangs so meine Probleme, da ich es überhaupt nicht mag, wenn jemand unfair oder unverschämt ist. Sie ist Roux, der nun mal ja nichts für ihre Vergangenheit kann ziemlich übel angegangen, aber das relativiert sich mit der fortlaufenden Geschichte, sodass ich sie zum Glück doch noch sehr mochte.

Auch die anderen Figuren sind sehr sympathisch, alle haben ihr Päckchen zu tragen und irgendwie halten sie zusammen. 

Ich mochte die Mischung der Figuren insgesamt sehr gerne und würde sie gerne kennen lernen, auch Red Oak Mountain würde ich gerne besuchen, leider geht das nicht, aber sie bleiben in meinem Herzen.

 

Schreibstil:

Marla Grey schreibt richtig toll. Sie gibt ihrem Roman alles, was man gerne in einem Wohlfühlbuch hätte - Humor, Gefühl und eine detaillierte Beschreibung der jeweiligen Szene. So konnte ich mich voll in die Geschichte fallen lassen und habe nichts vermisst.

 

Fazit:

Ich vergebe 5 Sterne, weil ich die Geschichte, die Figuren und das Setting sehr mochte. Red Oak Mountain mit seinen Menschen wird mir noch lange im Kopf bleiben.

 

Rezension: Blut und Stein - Die Kopfgeldjäger Reihe von Marlen May

Eine spannende Geschichte mit fantasievollen Wesen.

Klappentext:

Ihr außergewöhnliches Talent im Spurenlesen verwickelt die junge Kopfgeldjägerin Magdalena in einen aufregenden und gefährlichen Kampf, der ihr alles abverlangt und sie mehr als einmal an sich selbst zweifeln lässt. Mächtige und dunkle Wesen bevölkern ihre Heimat und niemand scheint zu wissen, woher diese neue Bedrohung kommt. Eine Katze, die ihr Hilfe anbietet, ein Anführer, der den richtigen Weg verliert und die Angst, welche immer mehr von ihr Besitz ergreift, sind nicht gerade hilfreich, um die eine Entscheidung zu treffen, die alles verändern könnte…

 

Autorin:

Marlen May wurde 1983 in Schärding, Österreich geboren. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Freund und zwei schwarzen Katzen am Land. Blut und Stein ist ihr erster Roman und der erste Band der mehrteiligen Kopfgeldjäger-Reihe. Parallel dazu arbeitet sie an einer weiteren Reihe, der Nebelwind-Trilogie.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 286 Seiten kostet 9,99€, die Kindle-Edition 3,99€. Der Fantasyroman wurde am 17.11.2017 veröffentlicht, die Autorin ist eine Selfpublisherin.

 

Handlung:

Magda absolviert eine Ausbildung zur Kopfgeldjägerin und ist Spezialistin im Spurenlesen. Sie stößt bei einem Übungseinsatz auf übergroße Tiere. Der Ausbilder findet heraus, was es mit den Riesentieren auf sich hat und aus Übungskämpfen wird bitterer ernst. Die Welt ist in Gefahr, deswegen werden auch die Auszubildenden zu Aufklärungsreisen heran gezogen. Magda und ihre Truppe verschlägt es nach Russland, was wird sie wohl dort herausfinden?

Der Geschichte hat eine tolle Mischung aus Urban-Fantasy- und New-Adult-Aspekten, die mir sehr zugesagt hat. Der Spannungsbogen ist auf einem hohen Level, zu keiner Zeit habe ich mich gelangweilt. Die Geschichte geht zügig voran, aber nicht zu hastig, das Erzähltempo hat mir sehr gut gefallen.

 

Figuren:

Magda als Protagonistin mochte ich sehr gerne, sie ist bodenständig, sympathisch und weiß ihre Gabe gut einzusetzen. Dabei ist sie mutig, ohne leichtsinnig zu sein. Aber nicht nur Magda ist toll, auch die übrigen Figuren sind eine Ansammlung von außergewöhnlichen Figuren, die man auch schnell mag, bis auf eine Ausnahme in ihrem Spurenleserteam. Es gibt aber nicht nur tolle Figuren, sondern auch fantasievolle Wesen, die sich dem Team entweder in den Weg stellen oder helfen. Die sind aber so toll gestaltet, dass ich hier nicht zu viel verraten möchte. Lasst Euch überraschen.

 

Schreibstil:

Der Stil von Marlen May war in der Geschichte das Highlight für mich. Bereits im Prolog war ich von der bildhaften Schreibweise so gefangen, dass es mir fast die Sprache verschlagen hat. Ich bin mir sehr sicher, dass wir alleine schon aus dem Grund von der Autorin noch viele tolle Geschichten zu lesen bekommen.

 

Fazit:

Das Buch ist ein großartiges Urban-Fantasy-Werk geworden und ich freue mich schon sehr auf die Folgebände und die Nebelwind-Trilogie. Nur zu gerne vergebe ich auch hier 5 Sterne und freue mich über eine neue Selfpublisher-Perle.

Rezension: Eine Frau kämpft für ihren Traum von Verena Dahms

Eine großartige Geschichte mit einer kreativen und mutigen Protagonistin.

Klappentext:

1956 flüchtet Anna Horvath zusammen mit ihren Eltern vor den sowjetischen Truppen aus Ungarn in ein Bergdorf in der Schweiz. Sie wächst in zwei Welten auf. Ein Zwiespalt entwickelt sich in ihr. Wo gehört sie hin? Ist Ungarn ihre Heimat oder die Schweiz, ihr neues Zuhause? Anton, ein Nachbarjunge, hilft ihr, im Dorf Fuß zu fassen, im Laufe der Zeit entwickelt sich Zuneigung, ja Liebe. 

Doch Anna bleibt getrieben, rastlos, schafft es nicht anzukommen. In ihrer Not entdeckt sie zunächst das Zeichnen, dann das Malen. Damit findet sie ihre Bestimmung, ihr Glück - eine andere Art von Heimat. Ein Kunstagent wird ihr Mentor, sie verlässt das Bergdorf, und später erlangt Anna durch die internationale Anerkennung als Kunstmalerin endlich Akzeptanz. Aus dem Flüchtlingskind von einst wird eine gefeierte Persönlichkeit. 

Besessen malt Anna bis zur Selbstaufgabe, verkraftet dadurch Schicksalsschläge, in die sie sich hinein manövriert hat, und obwohl sie immer wieder an Anton, ihre Jugendliebe denkt, schiebt sie ihn und das Leben selbst beiseite. Ob sie jemals erkennt, dass die Liebe zu einem Menschen wertvoller ist als die Leidenschaft zur Kunst?

 

Autorin:

Verena Dahms erblickte das Licht der Welt an einem trüben Novembertag in Basel. Sie entdeckte schon früh ihre Liebe zum geschriebenen Wort. Am Anfang, indem sie alles, was zwischen zwei Buchdeckel stand, lesend verschlungen hatte, um irgendwann selber zur Feder zu greifen. Kurzgeschichten aus dem Alltag und Reiseberichte fanden einen Platz in verschiedenen Magazinen. Mittlerweile sind es Geschichten die das Leben schreibt, Geschichten die erzählt werden müssen. 

Heute lebt die Autorin, zusammen mit ihrem Lebenspartner in der Dordogne, im Südwesten von Frankreich. Malen und Fotografieren lassen sie immer mal wieder innehalten, und geben ihr neue Impulse für ihre Texte. 

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 388 Seiten kostet 14,99€, die gebundene Ausgabe 22,99€ und die Kindle-Edition 4,99€. Veröffentlicht wurde der Roman am 17.7.2017 über den tredition-Verlag.

 

Handlung:

Mich hat es unsagbar gefreut, dass die Protagonistin Anna sich nicht in ein starres Rollenbild hat pressen lassen, sondern beharrlich dafür gekämpft hat, ihren Traum von der professionellen Malerei zu verwirklichen. Noch dazu geht sie nicht mit dem damaligen Trend, sonst geht auch in der Kunst ihren eigenen, unverwechselbaren Weg. Auch andere Menschen erkennen schnell ihr Talent und begleiten sie ein Stück auf ihrem Weg, doch dann ändert sich auf einmal alles und Anna sitzt in der Falle. Das erschüttert sie so sehr, dass sie sogar aufhört zu malen. Ich mochte die Geschichte wirklich sehr gut leiden, weil sie nicht den üblichen Weg geht, sondern einen revolutionären Touch hat. Davon würde ich gerne mehr lesen. Außerdem war das Ende für mich unerwartet, was nochmal ein zusätzlicher Pluspunkt ist.

 

Figuren:

Protagonistin Anna ist ein ganz tolles Mädchen, bzw. später eine tolle, starke Frau. Sie lässt sich durch nichts und niemand von ihrem Traum abhalten und geht ihren Weg. Dafür ist sie auch bereit, das ein oder andere Opfer zu bringen, denn sie weiß durch ihre Vergangenheit und ihre Eltern, dass man im Leben nichts geschenkt bekommt, denn die Familie ist aus Ungarn geflohen. Ich mochte sie wirklich sehr und konnte mich gut mit ihr identifizieren. Auch die Eltern und ihr Jugendfreund Anton sind sehr sympathisch.

Einige ganz unterschiedliche Männer, die sie auf ihrem Weg kennen lernt, wollen Anna für sich gewinnen, aber sie lässt sich nicht darauf ein. Es gibt viele Nebenfiguren, die ihre ganz eigene, unverwechselbare Art haben. Den einen mag man mehr, den anderen weniger. Aber alle tragen etwas zur Geschichte bei und haben ihre Berechtigung, was mir sehr gut gefallen hat.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil von Verena Dahms ist sehr packend. Die Autorin versteht sich hervorragend darauf, die Geschichte mit viel Gefühl zu vermitteln und erzählt sie Szenen sehr bildhaft, sodass man schnell mittendrin ist. Es ist mir daher sehr leicht gefallen, mich mit zu freuen und mit zu leiden.

 

Fazit:

Ich kann den Roman jedem empfehlen, der starke Protagonisten mag. Ich vergebe für die Geschichte 5 Sterne, weil für mich nichts gefehlt hat und ich bis zum Ende mitfiebern konnte.

Rezension: Bao und das Geheimnis der Gelassenheit von Aljoscha Long und Ronald Schweppe

So geht Gelassenheit.

Klappentext:

Enttäuscht von der Welt und seinen eigenen vermeintlichen Unzulänglichkeiten, begibt sich der kleine Panda Bao auf die Suche nach Glück und innerem Frieden. Bald begegnet er anderen Tieren, die zu seinen Lehrmeistern werden und lernt, die Stürme des Lebens kommen und gehen zu lassen. Indem er das Wunder des Jetzt ergründet, wird sein Geist klar und sein Herz leicht.

Inspirierend und unterhaltsam – ein erzählender Ratgeber mit überraschenden Erkenntnissen und einfachen Übungen für ein achtsames, gelassenes Leben. Folgen auch wir der Spur des Pandas …

 

Autoren:

Aljoscha Long und Ronald Schweppe sind international bekannte Bestsellerautoren, die ganzheitliche Lebenskunst auf leicht verständliche Art und Weise kompetent zu vermitteln verstehen. Moderne Psychologie, zeitgemäße Philosophie und östliche Spiritualität fließen in ihren Werken harmonisch zusammen. Aljoscha Long ist Psychologe, Therapeut und Kampfkunstlehrer, Ronald Schweppe ist Orchestermusiker und Meditationslehrer. Das Autorenteam ist durch zahlreiche Veröffentlichungen und als Experten in Funk und Fernsehen bekannt.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 256 Seiten kostet 9,99€, die gebundene Ausgabe 16,99€, die Kindle-Edition 8,99€ und das Hörbuch 9,95€ oder ein Audible-Guthaben. Veröffentlicht wurde dieses Buch am 13.11.2017 im heyne-Verlag.

 

Handlung:

Der kleine Panda Bao wird von seinesgleichen oft gehänselt, weil er ängstlich und sich manchmal schlecht beherrschen kann. Der Name "Bibberbrüll" ist ein Schimpfwort, dass er häufiger zu hören bekommt, als ihm lieb ist. Sein Großvater ist der einzige Banda, bei dem er er selbst sein kann und sich daher dort sehr wohlfühlt. Sein Großvater ist es auch, der Bao empfiehlt, gelassener zu werden, und so setzt sich der kleine Panda mit dem Thema auseinander.

Das Buch ist ein guter Ratgeber, auch wenn es anfangs "nur" wie eine etwas kindliche Geschichte über einen Panda scheint. Mir hat die Strukturierung sehr gut gefallen, alles zielt darauf hinaus zu lernen, die Zufälle anzunehmen, die einem das Leben so beschert. Das wird dem Leser über einige Unterpunkte näher erklärt, die man in kleinen Schritten in seinem Tempo verinnerlichen kann. Hierfür sind keine fachlichen Kenntnisse notwendig, alles wird ausführlich erklärt.

 

Figuren:

Da es kein Roman an sich ist, fasse ich mich hier etwas kürzer. Den Einstieg macht hier die Geschichte von Bao, der wegen seines emotionalen Ungleichgewicht gehänselt wird und das verändern möchte. Erwachsenen Lesern, denen es vielleicht ebenso geht, hilft dieses Buch dabei.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autoren ist meiner Meinung nach genau der richtige für dieses Thema. Der Einstieg ist durch die Geschichte leicht und gut verständlich. Die einzelnen Kapitel sind ebenfalls vom Stil her einfach gehalten, die Autoren werfen hier nicht mit Fachausdrücken um sich, wie es in Ratgebern oft der Fall ist. Oft wird eine Prise Witz, bzw. Sarkasmus mit eingebracht, was die Texte zusätzlich auflockert. Ich habe das Buch daher sehr gerne gelesen.

 

Fazit:

Ein leicht verständlicher und witziger Ratgeber, der für mich persönlich keine Wünsche offen gelassen und mir viele neue Erkenntnisse eingebracht hat. Daher vergebe ich sehr gerne 5 Sterne und empfehle es für jeden, der sich über das Thema "Gelassen werden" informieren möchte.

Rezension: Glück und Glas von Lilli Beck

Ein berührendes Schicksal zweier Frauen.

Klappentext:

Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen?

 

Autorin:

Lilli Beck absolvierte ein Schauspielstudium, war Cutterassistentin und bekam erste kleine TV- und Filmrollen. Durch die intensive Arbeit mit Texten begann sie, Kurzgeschichten zu verfassen. Nach der Geburt ihrer Tochter gab sie die Schauspielerei auf und wechselte hinter die Kamera als Visagistin. 2000 verließ sie die Welt des schönen Scheins, um nur noch zu schreiben. 

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 512 Seiten kostet 9,99€, die gebundene Ausgabe 19,99€ und die Kindle-Edition 8,99€. Veröffentlicht wurde der Roman am 18.09.2017 im blanvalet-Verlag. 

 

Handlung:

Marion und Hannelore werden in der gleichen Klinik am gleichen Tag geboren. Marions Mutter wird später im Krieg ausgebombt und die beiden flüchten zu Hannelores Eltern. Die beiden wachsen zusammen auf, doch entwickeln sich so unterschiedlich, wie es extremer nicht mehr geht, dadurch verlieren sie sich irgendwann aus den Augen. Später gibt es ein Wiedersehen, doch es ist fraglich, ob man die Lücke füllen kann, die zwischen den Frauen entstanden ist.

Die Handlung erscheint trotz der Ereignisse auf den ersten Blick eher leicht und unterhaltsam zu sein, doch die Tiefe der Geschichte kommt auf eine leise Art und Weise daher, was ich sehr angenehm empfand. Ich konnte mich gut fallen lassen und doch waren die Ereignisse spannend, denn gerade bei Marion habe ich die Dinge fast hautnah miterlebt. Das hat mich wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zurück geholt und mir deutlich gemacht, wie gut ich es doch eigentlich in meinem Leben habe.

 

Figuren:

Marion nennt sich später Moon. Mal ist sie wohlhabend und mal nicht, mit jeder Situation kann sie scheinbar gut umgehen. Leider macht sie sich das Leben selbst schwer, weil sie sich immer mit den "falschen" Männern einlässt. Hannelore, Lore genannt, ist eher zielstrebig und weiß, dass sie studieren und Karriere machen will. Dieser Gegensatz der beiden ist das Salz in der Geschichtesuppe. Beide Mädels, später Frauen mochte ich gerne, nur hätte ich Moon des Öfteren gerne mal geschüttelt und zur Vernunft gebracht.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil ist wie die Geschichte eher ruhig, aber sehr tiefgehend, was dem Leser die jeweiligen Ereignisse sehr nahe bringt. Auch die geschichtlichen Hintergründe spielen eine Rolle, was mir persönlich sehr zugesagt hat, weil ich mich für diese Zeit sehr interessiere.

 

Fazit:

Eine wirklich großartige Geschichte über die Freundschaft. Was mich hier leider gestört hat , war die Vorhersehbarkeit durch den Klappentext, deswegen gebe ich keine 5 Sterne. Trotzdem mochte ich den Roman gerne und kann ihn auch ruhigen Gewissens weiter empfehlen, wenn man sich als Leser für diese Zeit und das Setting interessiert.

Rezension: Blutzeuge von Tess Gerritsen

Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven.

Klappentext:

In Boston wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – in der offenen Handfläche liegen ihre Augäpfel. Die Verstümmelung geschah post mortem, wie bei der Obduktion eindeutig festgestellt wird. Doch die genaue Todesursache bleibt unklar. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf – Pfeile ragen aus seinem Brustkorb, die ebenfalls erst nach seinem Tod dort platziert wurden. Beide wurden Opfer desselben Täters, ansonsten scheint es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Detective Jane Rizzoli von der Bostoner Polizei steht vor einem Rätsel, bis eine Spur sie zu einem Jahrzehnte zurückliegenden Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort führt ...

 

Autorin:

So gekonnt wie Tess Gerritsen vereint niemand erzählerische Raffinesse mit medizinischer Detailgenauigkeit und psychologischer Glaubwürdigkeit der Figuren. Bevor sie mit dem Schreiben begann, war die Autorin selbst erfolgreiche Ärztin. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit dem Thriller Die Chirurgin, in dem Detective Jane Rizzoli erstmals ermittelt. Seither sind Tess Gerritsens Thriller um das Bostoner Ermittlerduo Rizzoli & Isles von den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Maine.

 

Daten:

Die gebundene Ausgabe mit 416 Seiten kostet 19,99€, die Kindle-Edition 15,99€, das Hörbuch 9,95€ oder 1 Audible-Guthaben und die MP3-CD ist für 15,95€ erhältlich. "Blutzeuge" ist der zwölfte Teil der Reihe um das Ermittlerduo Rizzoli und Isles.

Die Thriller sind in sich abgeschlossene Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden. Wenn man jedoch tiefer in die Geschichte der beiden Ermittler eintauchen will, sollte die Reihe von Anfang an lesen. Für mich war es der erste Teil und mir hat es an nichts gefehlt. Veröffentlicht wurde der Thriller am 20.11.2017 im Limes-Verlag.

 

Handlung:

Nachdem die junge Frau tot aufgefunden wurde, beginnen die Ermittlungen. Sie laufen jedoch schleppend, denn die Ermittler erkennen kein Motiv und auch der Tathergang ist nicht mal eben rekonstruiert. Das macht es natürlich schwierig, ein Profil zu erstellen und nach dem Täter zu suchen. Trotzdem beginnt natürlich die Geschichte, die man als Leser nicht nur aus der Sicht der beiden Frauen verfolgt, sondern auch durch eine unbekannte Person, der Spannungsbogen ist die ganze Zeit über konstant hoch, weil man natürlich unbedingt wissen will, wer diese Person ist und was sie mit der Geschichte zu tun hat. Die Auflösung der Morde war für mich nicht vorhersehbar, ich bin lange Zeit im Dunkeln getappt, was mich auf der einen Seite sehr gefuchst hat, aber natürlich wurde so die Spannung nicht gemindert, und das Lesevergnügen nicht geschmälert. Die Geschichte war ganz nach meinem Geschmack, ist aber sicher nichts für zwarte Gemüter.

 

Figuren:

Jane Rizzoli und Maura Isles sind zwei sehr sympathische Figuren. Maura hat aufgrund ihrer Vergangenheit mit einigen Ängsten zu kämpfen und hat sich wohl von einer eher kühlen, oberflächlichen Person zu einer sensibleren Figur mit mehr Tiefgang entwickelt. Jane dagegen ist eine dynamischer, warmherziger Mensch, dem die Familie sehr wichtig ist. Die beiden sind meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet, daher waren sie sehr greifbar für mich, was mich sehr gefreut hat. Dadurch konnte ich hervorragend mit den beiden mitfiebern. Es gibt zahlreiche Nebenfiguren, die mich ebenfalls nicht kalt gelassen haben - mal positiv, mal negativ. Auch sie waren für mich als Leserin gut greifbar, teilweise habe ich sie vor mir gesehen. Die Vielfältigkeit der Figuren insgesamt hat mir sehr gut gefallen, hier kann man deutlich merken, dass die Autorin ihr Handwerk versteht.

 

Schreibstil:

Tess Gerritsen schreibt, wie es sich für einen ordentlichen Thriller gehört. Wegen ihrer fesselnden Art, den Leser an die Geschichte und die Figuren zu binden, halte ich sie für einen absoluten Thrillerprofi. Gerade bei den Leichenfunden, den Szenen in der Gerichtsmedizin oder bei der späteren Entwicklung der Geschichte schreibt sie herausragend spannend.

 

Fazit:

Der Thriller ist wie gesagt nichts für schwache Nerven und für Leser, die in Büchern Schwierigkeiten mit Themen wie Heimerziehung und/oder Kindesmissbrauch haben, würde ich es nicht empfehlen. Ansonsten werde ich für meinen Teil die Reihe von Anfang an lesen und vergebe hier 5 Sterne für dieses tolle Rundum-Paket.

Rezension: Der unglaubliche Flug der verliebten Briefträgerin von Romain Puértalas

Eine gefühlvolle und dramatische Geschichte.

Klappentext:

»Also Folgendes: Eines Tages stand meine Briefträgerin im Kontrollturm vor mir - ich arbeite als Fluglotse - und sagte: ›Monsieur Machin (so heiße ich), Sie müssen mir die Starterlaubnis erteilen. Ich habe kein Flugzeug. Ich fliege allein. Meine Bitte mag Ihnen ungewöhnlich erscheinen, aber daran lässt sich nun mal nichts ändern. Stellen Sie sich nicht zu viele Fragen.‹« - und so beginnt der unglaubliche Flug der verliebten Briefträgerin.

 

Autor:

Romain Puértolas, 1975 in Montpellier geboren, arbeitete als Sprachlehrer, Dolmetscher, Komponist, DJ, Zauberkünstler, Steward und Grenzpolizist. Sein Roman Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte wurde in 36 Sprachen übersetzt und war weltweit ein Bestseller. Der unglaubliche Flug der verliebten Briefträgerin ist sein dritter Roman.

 

Daten:

Das Buch ist eine Neuauflage des Romanes "Das Mädchen, das eine Wolke so groß wie der Eiffelturm verschluckte" und ist nun erstmals im Taschenbuch mit 256 Seiten für 9,99€ erhältlich. Veröffentlicht wurde diese Ausgabe am 11.09.2017 im heyne-Verlag.

 

Handlung:

Die Geschichte wird von Monsieur Machin, dem Fluglotsen erzählt, und zwar in einer besonderen Art und Weise, denn Machin erzählt sie seinem Friseur. Es geht hier um Povidence. Providence erkrankt auf einer Reise in Marokko und lernt auf einer Krankenstation für Frauen Zahera kennen, ein Mädchen, das eine Wolke verschluckt hat, die so groß ist wie der Eiffelturm. Ja, ihr habt richtig gelesen und so habe ich auch geguckt. Daher kam auch der ursprüngliche Buchtitel. Zahera lebt schon ihr ganzes Leben auf dieser Station, da ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist und Zahera durch die Erkrankung ihrer Atemwege aufwendige Behandlungen erhalten muss. Was Monsieur Machin damit zu tun hat und wie die Geschichte weiter geht, müsst ihr selbst herausfinden. Ich kann Euch das Buch nur empfehlen, es ist etwas ganz Besonderes, vielleicht auch, weil es teilweise ziemlich skurril ist. Aber sooooooo schön.

 

Figuren:

Monsieur Machin ist der Fluglotse, den Providence während ihrer Reise nach Marokko kennen lernt. Wie das geschieht, kann ich Euch leider nicht erzählen, sonst würde ich spoilern. Providence ist die Zimmernachbarin von Zahera in einem Krankenhaus von Marrakesch. Die beiden verstehen sich von Anfang an super, Providence sieht in Zahera ihr jüngeres Ich und entwickelt schnell mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Zahera, denn sie will die kleine nach Paris mitnehmen und adoptieren, auch damit sie dann richtig behandelt werden kann.

Ich mochte die Figuren sehr, denn sie sind sehr besonders, ja fast so skurril wie Teile der Geschichte. An manchen Stellen fühlte ich mich ein wenig an den kleinen Prinz erinnert. Ich mochte das sehr gerne und habe mich mit den Figuren sehr wohlgefühlt.

 

Schreibstil:

Wie alles andere ist auch der Stil des Autoren oft außergewöhnlich, aber zugleich auch so bildhaft und gefühlvoll, dass man gerade mit Zahera und Providence sehr mitfühlen kann. Was meistens sehr schön ist, an manchen Stellen aber schmerzt. Das sollte man als Leser abkönnen, denn gerade der Kleinen geht es nicht immer gut mit ihrer Krankheit, sie macht ganz schön was mit. Ich habe oft Tränen in den Augen gehabt, weil ich mit den Figuren gelitten, mich aber auf der anderen Seite sehr mit ihnen gefreut habe.

 

Fazit:

Das Buch ist eine wunderschöne Mischung aus einer dramatischen, aber schönen Geschichte, originellen Figuren und einem wunderbaren Schreibstil. In meinen Augen würde sich das Buch auch als Geschenk sehr gut machen, weil es eben etwas ganz Besonderes ist. Ich vergebe daher 5 Sterne und werde es ganz sicher irgendwann noch einmal lesen.

Rezension: Ein Fünkchen Liebe von Freya Miles & Nadine Kapp

Weihnachtliche Romantik mit einer Portion Drama und viel Action.

Klappentext:

Gibt es so etwas wie ein Weihnachtswunder? Diese Frage hat sich die weihnachtsverrückte Abbie Shaw bereits unzählige Male gestellt, doch bisher blieben sowohl der Traumprinz als auch sämtliche anderen Weihnachtswünsche unerfüllt. Als in der Vorweihnachtszeit ihr Baum in Flammen aufgeht und sie durch den smarten Feuerwehrmann Lieutenant Steve Mayfield gerettet wird, nimmt ihr Traum von einem Weihnachtswunder mit einem Mal Gestalt an. 

Doch Steve scheint unnahbar, kämpft er sich doch gerade erst nach einem schweren Unfall zurück ins Leben und den aktiven Dienst als Feuerwehrmann. Während eines Schneesturms holt Steve Abbie in die Wache, wo sie zum ersten Mal hilflos über Funk mit anhören muss, wie Steve selbstlos sein eigenes Leben riskiert, um eine Familie zu retten. Abbie muss schon bald erkennen, dass diese Vorweihnachtszeit wahrscheinlich die turbulenteste und zugleich wunderschönste ihres Lebens ist.

 

Autorinnen:

Nadine Kapp wurde 1988 in Köln geboren. Dort lebt sie auch heute noch mit ihrem Sohn. Durch ihre Leidenschaft für das Geschriebene, veröffentlichte sie Anfang 2014 im Selbstverlag ihren ersten Kurzroman „Gefühlschaos vorprogrammiert“. Danach folgten weitere Bücher, immer mit einem Hauch von Dramatik.

Freya Miles ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die im März 2016 ihren Debütroman im Booklover Verlag veröffentlicht hat. 

Freya lebt mit ihrer Familie im wunderschönen Sauerland, wo sie im Jahre 1986 auch das Licht der Welt erblickte. 

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 264 Seiten kostet 9,99€, die Kindle-Edition 2,99€, oder 0,00€ bei Kindle Unlimited. Der Roman wurde am 17.11.2017 über Create Space veröffentlicht, die Autorinnen sind Selfpublisher.

 

Handlung:

Abbie hat in der Vorweihnachtszeit viel Pech, denn zweimal muss sie durch einen Brand von der Feuerwehr gerettet werden. Beide Male ist es Lieutenant Steve Mayfield gerettet werden und so lernen die beiden sich kennen. Weil Abby von ihrem Schicksal geschockt ist, ist sie nicht gerade freundlich zu Streve und marschiert mit einem Karton voller Donouts auf die Feuerwache um sich gleichzeitig zu entschuldigen und zu bedanken. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn die beiden liegen auf einer Wellenlänge und Steve lädt Abby zur Weihnachtsfeier ein, die beiden kommen sich näher und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Was mich sehr gefreut hat, ist, dass die Geschichte durch zwei Perspektiven erzählt wird, wir erleben die Ereignisse durch Abby's und Steve's Sicht. Dadurch habe ich eine ausführliche Sicht auf die Ereignisse bekommen und noch einige andere tolle Figuren kennen gelernt. Der Verlauf hat mir sehr gut gefallen, denn es ist alles vertreten, was ich mir von einem guten Roman wünsche. "Ein Fünkchen Liebe" ist alles andere als ein seichter Liebesroman, denn außer dem Knistern zwischen den beiden Protagonisten spielt die Dramatik eine große Rolle, außerdem gibt es einige wirklich actiongeladene Szenen. Die Mischung hat mir unglaublich gut gefallen, etwas Ähnliches habe ich noch nie gelesen.

 

Figuren:

Unsere Protagonisten sind Abbie und Steve. Abbie ist eine Floristin, die ihren Job liebt und mit ihrer besten Freundin und Chefin Stacy-Sue zusammen arbeitet, welche das genaue Gegenteil von Abbie ist, nämlich sehr direkt und flott mit ihren Aussagen, außerdem ist sie nicht ganz unschuldig an der Entwicklung der Beziehung zwischen Steve und Abbie. Steve ist ein Vorgesetzter der Feuerwache, der durch zwei Dinge traumatisiert wurde und deswegen nur langsam den Weg zurück ins Leben findet. Auf der Wache stoßen noch ein paar Figuren dazu, die allesamt ganz tolle Menschen und wirklich herzerwärmend sind.

Ich finde den Mix, den wir hier an den Figuren haben, sehr spannend. Wir haben auf der einen Seite die zumindest nach außen harten und professionellen Feuerwehrmänner, auf der anderen Seite die tollen Frauen, die eine große Rolle spielen. Hier bleiben keine Wünsche offen, zeitweise gibt es sogar einen Bösewicht, der die aktuelle Lage schwierig macht.

 

Schreibtil:

Der Schreibstil von Freya Miles und Nadine Kapp ist so berührend gefühlvoll und atmophärisch, dass meine Tränen mehr als einmal gekullert sind. An den richtigen Stellen ist die Geschichte jedoch so spannend, dass mein Atem beim Lesen mehrere Male heftig hat stocken lassen. Mit anderen Worten haben die beiden einen wundervollen Mix geschaffen, der den Roman für Genreliebhaber zu einer Pflichtlektüre machen sollte.

 

Fazit:

Ich kann den Roman um Abbie und Steve wirklich nur weiterempfehlen und bin mir sicher, dass er auch ebenso gefällt, wie mir. Ich freue mich sehr, auch hier 5 Sterne und die Selfpublisher-Perle zu vergeben. Ein großartiges Werk!

Rezension: Ella - Einfach passiert von Edda Keyser

Eine berührende Geschichte über Familien und die Bewältigung des Lebens an sich.

Klappentext:

Ella ist zufrieden. Sie liebt ihren Mann und ihre gemeinsamen Söhne und lebt in einer überschaubaren und sicheren Welt. Doch dann ist da auf einmal dieser umwerfende, junge Mann und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. 

Mit einer bildhaften und lebendigen Sprache erzählt Edda Keyser eine berührende Geschichte über Ereignisse, die einfach passieren, über Beziehungen, die enden oder neu beginnen, über Familien und die Bewältigung des Lebens an sich. ELLA einfach passiert ist wie eine Reise mit Freunden, auf der man sich heftig verliebt und leidet, manchmal nachdenklich wird und dann wieder lacht.

 

Autorin:

Geschichten zu lesen und selbst zu erfinden war die erste große Leidenschaft der Autorin. Diese Leidenschaft bestimmte auch ihren beruflichen Werdegang. Sie studierte Germanistik, Psychologie und Medienkultur. Danach folgten eine Promotion in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft und ein Fernstudium im Studiengang Journalismus. Heute steht das Schreiben im Mittelpunkt ihrer beruflichen Aktivität, ob auf ihrer Internetseite wortopolis.de, als freiberufliche Texterin oder als Buchautorin. Zur besseren Übersichtlichkeit in ihrem Gesamtwerk veröffentlicht sie die Bücher unterschiedlicher Genres unter verschiedenen Kunstnamen. Der Name Edda Keyser ist dabei ihren belletristischen Werken für Erwachsene vorbehalten. Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht sie als Lilu S. Kestlinger.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 296 Seiten kostet 9,99€. Die Kindle-Edition kostet noch bis zum 4.1.2018 2,49€, danach ist sie für 4,99€ erhältlich. Der Roman wurde am 27.10.2017 über BoD veröffentlicht, Edda Keyser ist eine Selfpublisherin.

 

Handlung: 

Ella leitet in der Schule eine Grafik-AG, in der auch Martin arbeitet, ein junger Lehrer und zugleich der Klassenlehrer ihrer Jungs. Immer wieder tritt Martin mit ihr in näheren Kontakt, zuerst der Arbeit wegen und langsam werden die Gespräche tiefer und langsam wachsen Gefühle in Ella. Sie gibt sich alle Mühe, diese zu unterdrücken, aber als sie mit Martin zusammen eine Klassenfahrt beaufsichtigen und leiten soll, kommen sie sich bei einer Freizeitaktivität versehentlich nahe und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Ich habe trotz des wunderschönen Klappentextes eine leichte Geschichte erwartet, die sich mit Trennungen und neuen, bzw. alten Beziehungen beschäftigt. In gewisser Weise habe ich das auch bekommen, jedoch auf eine andere Art und Weise, wie ich gedacht habe. Edda Keyser hat die Geschichte mit so viel Tiefgang und Gefühl, gleichzeitig aber auch humorvoll geschrieben, wie ich es selten erleben durfte. Der Roman war immer spannend und ich habe regelrecht mitgefiebert, gelacht und geweint. "Ella - Einfach passiert" gehört zu meinen Jahreshighlights.

 

Figuren:

Die Protagonistin ist Edda, die mit Fjonn verheiratet ist. Sie ist eigentlich Grafikerin, hat aber ihre Karriere wegen der Kinder und der Ehe zurückgesteckt, wie es oft so ist im Leben. Alleine das fand ich schon großartig, Edda ist 37 und arbeitet in der Schule ihrer Söhne, weil sie dort eine AG leitet. Fjonn ist ihr Mann, Väter ihrer Söhne und in ihrem Alter. Er hat seine Karriere fleißig vorangetrieben und ist ein bekanntes Gesicht in der Werbewelt. Er ist ebenso wie Edda ein freundlicher, offener und sensibler Familienmensch, dem seine Lieben sehr viel bedeuten. Dann ist da noch Martin, 25 Jahre alt und der Klassenlehrer der beiden Zwillinge von Edda und Fjonn. Er hat ein Auge auf Edda geworfen, dass sie verheiratet ist, weiß er zunächst nicht, auch er ist gegen seine Gefühle machtlos.

Ein Highlight sind auch die Zwillingssöhne Nils und Lasse. Sie sind coole Jungs und haben immer einen flotten Spruch auf den Lippen; zumindest solange, bis alles aus dem Ruder läuft.

Die genannten, aber auch die anderen zahlreichen Nebenfiguren sind so liebevoll ausgearbeitet und jeder ist auf seine Art und Weise unverwechselbar. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass es nicht so die typische "Schwache Frau verliebt sich in einen Badboy" oder die "Arme Frau verliebt sich in einen Millionär" - Konstellation war, sondern eine Zusammenstellung, wie es sie in Deutschland mehr als häufig gibt. Auch dass sich hier eine ältere Frau in einen jungen Mann verliebt, hat mir sehr gut gefallen, weil es eher die Ausnahme ist, meistens ist es doch anders herum und eine solche Beziehung wird meistens belächelt oder verurteilt. In meinen Augen sollte das Alter keine Rolle spielen, wenn das Pärchen damit zufrieden ist.

 

Schreibstil:

Der Stil von Edda Keyser ist sehr hochwertig und doch einfach zu lesen. Ich habe als Leser viel von der Gefühlswelt der jeweiligen Figur erfahren dürfen, was mich sehr gefreut hat. Die Autorin hat oft malerisch, ja fast schon poetisch geschrieben, was jedoch immer zur Situation gepasst hat. Auch der Humor ist nicht zu kurz gekommen. Ich hätte mir für die Geschichte keinen besseren Schreibstil wünschen können. 

 

Fazit:

Dieses Buch ist für mich auf jeden Fall eine Selfpublisher-Perle, denn ich habe mit den Figuren geschmachtet, gelacht und geweint. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen und deswegen bekommt es natürlich auch 5 Sterne.

Rezension: Das Wüten der Stille von Iris Grädler

Eine hohe Spannungskurve und geheimnisvolle Figuren.

Klappentext:

Die ersten Herbststürme jagen über Cornwalls Küste, und DI Collin Brown ist in melancholischer Stimmung. Seine Frau ist für mehrere Wochen verreist, er und die Kinder sind auf sich allein gestellt. Ausgerechnet jetzt wird er mit einem beunruhigenden Fall konfrontiert: Die sechzehnjährige Carla Wellington ist verschwunden. Collin versucht das Mädchen mithilfe von Hundertschaften und Freiwilligen zu finden, doch nach einigen Tagen fehlt immer noch jede Spur. Da stößt er auf einen ungeklärten Vermisstenfall, der sich vor acht Jahren im Nachbarort ereignete: Auch dort verschwand ein Mädchen nach einem Schulfest spurlos, auch sie war Mitglied des Schulorchesters und sehr begabt. Das kann kein Zufall sein. Doch gibt es eine Verbindung? Collin bleibt nicht mehr viel Zeit, wenn er Carlas Leben retten will … 

 

Autorin:

Iris Grädler wurde 1963 in Halle/ Westfalen geboren. Sie veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten und hat mehrere Anthologien herausgegeben. Bei DuMont erschienen bislang ihr Debütroman ›Meer des Schweigens‹ (2015), der für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, ›Am Ende des Schmerzes‹ (2016) und ›Das Wüten der Stille‹ (2017). Iris Grädler lebt in Swakopmund, Namibia.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 366 Seiten kostet 10,00€, die Kindle-Edition 7,99€ und das Hörbuch 16,71€, bzw. 9,95€ oder ein Guthaben im Audible-Abo. Der Kriminalroman ist am 08.11.2017 im Dumont-Buchverlag erschienen. Das Buch ist der dritte Band der Reihe um Inspector Brown, kann aber auch alleine für sich gelesen werden. Das habe ich auch getan, und mir hat es an nichts gefehlt.

 

Handlung:

Die Handlung von "Das Wüten der Stille" ist sehr komplex und so einige außergewöhnliche Figuren spielen eine Rolle, was mir sehr gut gefallen und für reichlich Abwechslung gesorgt hat. Der Kriminalroman hat einen durchweg hohen Spannungsbogen und weist alles andere als trockene Ermittlungsarbeit auf. Das hat mich sehr begeistert, denn das ist üblicherweise mein Problem mit Krimis, weswegen ich eigentlich lieber Thriller lese. Dieser Fall ist etwas Besonderes, denn er erinnert stark an einen Vergangenen, der nie aufgeklärt wurde. Die Atmosphäre ist teilweise sehr bedrückend und düster, was aber gut zu den Ereignissen und zu dem Setting (Cornwall) passt.

 

Figuren:

Protagonist und Ermittler ist Detective Inspektor Collin Brown. Er ist ein sehr bodenständiger, umgänglicher und sympathischer Charakter, ich konnte mich leicht mit ihm identifizieren und habe schnell Vertrauen zu ihm gefasst. 

Fast noch interessanter sind die übrigen Figuren. Selten habe ich einen Roman gelesen, der diesbezüglich keine Wünsche offen lässt. Einige Reaktionen und Handlungen sind ebenso seltsam wie die Figuren selbst. Fast alle geraten mehr oder weniger ins Zentrum der Ermittlungen und jeder wird irgendwie verdächtigt. Dadurch habe ich bis zum Ende im Dunkeln getappt und war verblüfft von der Auflösung. Die Autorin hat hier alles richtig gemacht.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil von Iris Grädler macht die Lektüre des Krimis sehr angenehm. Sie versteht es, eine zum Handlungsort passende Stimmung durch einen bildhaften und detaillierten, manchmal fast malerischen Stil zu erzeugen. Auch sehr positiv aufgefallen ist mir ihre Fähigkeit, jeder Figur eine einzigartige Ausdrucksweise zu geben, wodurch die Geschichte sehr abwechslungsreich war.

 

Fazit:

Mich hat der Krimi sehr begeistert und mir hat es an nichts gefehlt, deswegen vergebe ich hier sehr gerne 5 Sterne.

Rezension: Zwischen zwei Brüdern von Jana von Bergner

Eine Liebesgeschichte, die bis an die Grenzen geht.

Klappentext:

Die unkonventionelle Deutsch-Amerikanerin Kim und den pflichtbewussten Alexander verbindet nur eine leidenschaftliche Nacht, sonst haben sie wenig gemeinsam. Doch als Kim schwanger wird, stehen die beiden vor der schweren Entscheidung, ob sie trotz der widrigen Umstände eine Familie gründen wollen. Ausgerechnet jetzt verliebt sich Kim – in Alexanders Bruder.

 

Autorin:

Jana von Bergner arbeitete acht Jahre für einen großen deutschen Zeitungsverlag, bevor sie in ihrer Elternzeit den Traum vom ersten eigenen Roman verwirklicht hat. Mittlerweile arbeitet sie als Vollzeit-Autorin und lebt mit ihrem Sohn und ihrem Hund nördlich von Hamburg. 

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 380 Seiten kostet 9,99€, die Kindle-Edition momentan noch 0,99€, oder 0,00€ bei Kindle Unlimited. Die Geschichte wurde am 15.11 veröffentlicht, Jana von Bergner ist eine Selfpublisherin.

 

Handlung:

Kim ist Stewardess und trifft auf einem Flug Alexander. Er spielt Kim seine Nummer zu und kurz darauf landen die beiden zusammen im Bett. Was an sich nichts außergewöhnliches ist, doch Alexander hat einen Volltreffer gelandet und Kim ist schwanger. Zuerst sieht es aus, als ob sie mit Alexander eine Vernunftehe eingeht, doch so einfach ist die Sache nicht.

Die Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Plot ist großartig gestaltet und hat mich mehr als einmal in die Irre geführt, die Ereignisse sind also alles andere als vorhersehbar, denn die Liebe zu Alexanders Bruder Maxim ist nicht die einzige Schwierigkeit, mit der Kim zu kämpfen hat. Schon der Anfang ist sehr emotionsgeladen und auch sonst hat der Roman um Kim viel Tiefgang was mir wirklich sehr zugesagt hat.

In dem Roman arbeitet die Autorin auch mit Perspektivwechseln und Zeitsprüngen, die ich jedoch immer sehr gut verfolgen konnte, weil der Schreibstil sehr ausführlich war.

 

Figuren:

Die Protagonistin ist Kim. Sie ist eine sehr starke Person und lebt ein unabhängiges Leben, was ihr persönlich sehr wichtig ist. Sie ist ein sehr geradliniger Mensch und haut raus, was ihr gerade in den Sinn kommt, und trotzdem ist sie immer sehr einfühlsam und respektiert ihr Gegenüber. Ich mochte sie die ganze Zeit über sehr gut leiden und habe mit ihr gefiebert.

Alexander und Maxim könnten unterschiedlicher nicht sein. Alexander ist ein Vernunftmensch und sehr fleißig, das Familienunternehmen ist ihm sehr wichtig. Maxim ist sehr viel unkonventioneller, er ist sehr emotionsgeladen, was ihm in der Vergangenheit sehr viel Schwierigkeiten gemacht hat. Auch die beiden mochte ich gut leiden, wobei ich Maxim eher verstehen konnte als Alexander, weil ich meine Entscheidung auch aus dem Bauch heraus treffe. Alle drei Hauptfiguren sind sehr ausführlich ausgearbeitet und ich konnte so auch den Brüdern sehr gut folgen. Es gibt auch so einige interessante Nebenfiguren, die für Abwechslung und den ein oder anderen Plottwist sorgen.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil von Jana von Bergner ist flüssig und leicht verständlich. Die Szenen und auch die Gefühle der Figuren werden sehr detailliert beschrieben, sodass ich mich als Leser zu jeder Zeit in die Geschichte fallen lassen konnte. Immer, wenn ich die Geschichte zur Hand genommen habe, war ich sofort wieder drin, was mir sehr viel Spaß und das lesen einfach gemacht hat.

 

Fazit:

Ich kann dieses Buch jedem Leser empfehlen, der eine Liebesgeschichte mit viel Tiefgang lesen möchte, in der auch die Familie eine Rolle spielt. Ich vergebe hier nur zu gerne 5 Sterne und das Buch ist für mich eine echte Perle!

 

Rezension: Instabil von Sam Feuerbach und Thariot

Ein Thriller mit Fantasy-Elementen.

Klappentext:

Patrick Richter weiß nicht, wie ihm geschieht. Früh am Morgen wird er von einem Sondereinsatzkommando aus dem Bett gerissen, verhaftet und verhört. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Er ist unschuldig, aber die deutschen Behörden kümmert das wenig. Er wird an das FBI ausgeliefert und soll nach Guantanamo überstellt werden.

 

Autor:

Thariot

Alter: ü50

Typ: Spielkind

(Ex-) Beruf: IT-Manager

Berufung: Bilder zeigen

Handicap: Kann nur schreiben

Wohnort: Malta

Lebensleistung: Vater zweier Kinder

Ziele: Alt werden

Ängste: Alt aussehen

Marotten: MMORPGs

Talente: Schurkin spielen

Leidenschaft: Weihnachtsplätzchen

Träume: Die Weltherrschaft

Ideale: Es niemand wissen lassen

 

Sam Feuerbach:

Alter: älter als Prinz Karek, jünger als der Schwertmeister

Beruf: vorher IT-Manager, nun Autor

Motivation: Welten schaffen (am liebsten ohne Anglizismen :)

Handicap: Krawatte binden - klappt nur vor dem Spiegel

Wohnort: Düsseldorf

Lebensleistung: Meine Frau, mein Kind, mein Kind, mein Kind 

Sport: Fußball, Tennis

Marotten: dass ich glaube, keine zu haben

Talente: Träumen

Träume: Talente

Ideale: So was gibt es nicht. Logisch 

Motto: Ab Morgen mache ich nur neue Fehler

 

Daten:

Die broschierte Ausgabe mit 310 Seiten kostet 14,95€, die Kindle-Edition 3,99€, oder 0,00€ bei Kindle-Unlimited. Der Thriller ist am 04.11.2017 im Fanpro-Verlag erschienen. Der Thriller ist der erste Teil einer Reihe, und ich bin mir sehr sicher, dass ich auch die anderen Teile lesen werde.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

Im Schlaf wird Patrick von einem Sondereinsatzkommando überrascht und verhaftet, schnell wird er in einen orangenen Overall gesteckt, die man aus dem Guantanamo-Gefängnis kennt, in dem Terroristen ihr Dasein fristen. Am Flughafen wird er an die USA ausgeliefert, doch er entkommt. Aber wie? Er fällt durch die Zeit - zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. Eine fieberhafte Suche nach ihm beginnt.

Ich kann nur sagen, dass der Thriller einer der spannendsten und außergewöhnlichsten Geschichte hat, die ich je gelesen habe. Es gibt zahlreiche Wendungen, die für den Leser völlig unvorhergesehen geschehen und mich mehr als einmal atemlos zurück gelassen haben. Der Thriller ist so spannend, dass ich das Buch in zwei Rutschen an zwei Tagen durchgesuchtet habe.

 

Figuren:

Protagonist Patrick ist zweiunddreißig Jahre alt und ein intelligenter, aber flapsiger Protagonist, der eine sehr unkonventionelle Denkweise an den Tag legt. Carsten Grünfeld ist ein kurz vor der Pensionierung stehender Polizeioberrat und Ermittler in der Geschichte. Susanna Monroe ist eine Journalistin mit einer pubertierenden Tochter, die exclusive Bilder von der Verhaftung zugespielt bekommt und so in die Geschichte involviert wird.

Die Figuren sind allesamt sehr gut ausgearbeitet, und haben abgesehen von der Verfolgung noch ihr ganz eigenes Leben mit den mehr oder weniger großen Problemen. Alle sind wirklich großartig gelungen und hervorragend in die Geschichte eingearbeitet.

 

Schreibstil:

Der Stil der Geschichte sucht seinesgleichen. Der Text und besonders die Dialoge der Figuren, gerade wenn es um Patrick geht, triefen vor Sarkasmus. Zum Beispiel bezeichnet er seine Festnahme und seine engen Fesseln als "einschneidendes Erlebnis". Der Stil ist genau der Richtige für den Thriller und seine Figuren und lässt keine Wünsche offen.

 

Fazit:

Ich habe aufgrund des Klappentextes zwar einen spannenden Thriller erwartet, aber dass ich so ein Schätzchen in die Hand bekomme, damit habe ich nicht gerechnet. Ich fiebere schon dem nächsten Teil entgegen, der im Dezember erscheint und vergebe hier selbstverständlich 5 Sterne. Eine absolute Empfehlung für Thrillerfans.

Rezension: Gehen, um zu bleiben von Anika Landsteiner

Achtung, Reisefiebergefahr!

Klappentext:

Wie weit müssen wir fahren, um irgendwann einmal anzukommen? Die Antwort auf diese Frage muss jeder selbst herausfinden, doch das Wichtigste ist erst einmal das Losfahren. Denn wer nicht wegfährt, kann auch nicht heimkommen. Für Anika Landsteiner ist Reisen eine Herzensangelegenheit, die sie bereits um die ganze Welt geführt hat. Nur wenn man das warme Nest zu Hause verlässt, kann man sich für die Welt öffnen und das entdecken, was man liebt – auch wenn es manchmal mit Strapazen verbunden ist. Mit ihren Beobachtungen und Gedanken zeichnet sie manchmal das große Bild, manchmal spürt sie Zwischentöne auf – ob auf Dschungelpfaden in Kolumbien oder einem staubigen kalifornischen Highway. Der richtige Zeitpunkt zum Losfahren? Immer genau jetzt!

 

Autorin:

Anika Landsteiner ist Jahrgang 1987, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Schauspielerin mit Bühnenreife und hat sich nach vier Jahren Berufserfahrung gegen das Spielen und für das Schreiben entschieden. Zwei Jahre leitete sie das Stadtmagazin MUCBOOK in der Print- und Onlineversion, mittlerweile schreibt sie für verschiedene Zeitschriften, u.a. Jolie, ZEITjUNG.de, Mit Vergnügen, im gegenteil und The Fernweh Collective. Sie ist Gründerin des Reiseblogs "anidenkt.", der 2016 mit dem Isarnetz Blogaward in der Kategorie "Reise" als bester Blog des Jahres ausgezeichnet wurde. 

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 288 Seiten kostet 10,00€, die Kindle-Edition 8,99€. Veröffentlicht wurde das Buch am 15.05.2017 im Goldmann-Verlag.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

Was mir sehr gut gefallen hat, war Anika's Beweggründe zu erfahren, die sie zum Reisen gebracht haben, dabei lernt man die Person Anika sehr gut kennen und schließt sie ins Herz. Mir hat der Gedanke gefallen, sich von materiellen Dingen zu entfernen und lieber schöne Erlebnisse und Erfahrungen zu sammeln, die einem niemand je nehmen kann. Man begleitet Anika durch viele Länder, auch durch die weniger schönen, die mit den brisanten Krisengebieten. Dabei versucht sie, das Herz des Lesers auch für diese Länder zu öffnen, denn jedes Land hat seine ganz eigenen, unfassbar schönen Plätze und tolle Menschen mit ihren eigenen Kulturen, von denen man eine Menge lernen kann.

 

Figuren:

Anika selbst ist ein sehr ehrlicher, offener und mutiger  Mensch, der die Natur sehr schätzt. Solche Menschen liebe ich und es war mir daher ein richtiges Vergnügen, mit Anika durch die Welt zu reisen. Natürlich spielen auch die Menschen eine große Rolle, denen sie auf ihrer Reise begegnet, auch diese Berichte haben mir sehr gut gefallen.

 

Schreibstil:

Die Autorin schreibt auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise, die es mir leicht gemacht haben, über die Seiten zu fliegen. Die Reiseabschnitte sind nicht gespickt mit Fakten, sondern beschäftigt sich mit den Eindrücken, Erlebnissen und Begegnungen. 

 

Fazit:

Obwohl ich ja eher der Schisser bin und mich lieber zu Hause als draußen aufhalte, hat Anika mein Reisefieber geweckt. Ihre Berichte werden mit noch lange im Gedächtnis bleiben und ich frage mich, ob man reisen muss, um zu sich selbst zu finden. 

Ich vergebe 5 Sterne und empfehle dieses Buch für alle Leser, die gerne Reiseberichte lesen. 

Rezension: Memory Game von Felicia Yap

Eher ein Roman als ein Thriller.

Klappentext:

In Claires Welt gibt es zwei Arten von Menschen: solche, die wie sie sind und sich nur an die Ereignisse des vorangegangenen Tages erinnern können, und solche wie ihren Ehemann Mark, deren Gedächtnis zwei Tage zurückreicht. Claire hat nur eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit: ihr Tagebuch. Was sie nicht rechtzeitig aufschreibt, geht für immer verloren. Eines Morgens steht die Polizei vor Claires Tür. Die Leiche einer Frau wurde im Fluss gefunden. Nach Aussage der Beamten war sie Marks Geliebte und er wird des Mordes verdächtigt. Sagt die Polizei die Wahrheit? Kann Claire ihrem Ehemann vertrauen? Und vor allem: Kann sie sich selbst vertrauen?

 

Autorin:

Felicia Yap wuchs in Kuala Lumpur auf, studierte Biochemie in London und erwarb ihren Doktor der Geschichte an der University of Cambridge. Sie arbeitete bereits als Biologin, Historikerin, Dozentin, Kritikerin und Journalistin, unter anderem für The Economist und Business Times. Sie lebt in London, wo sie vor kurzem ein Programm zu Kreativem Schreiben an der Faber Academy abschloss. Memory Game – Erinnern ist tödlich ist ihr Debüt.

 

Daten:

Die broschierte Ausgabe mit 448 Seiten kostet 14,99€, die Kindle-Edition 11,99€. Veröffentlicht wurde der "Thriller" am 25.09.2017 im Penhaligon-Verlag.

Dieses Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

Ich habe dieses Buch angefragt, weil ich selbst ein Kopf wie ein Sieb habe, und oft Dinge vergesse, die erst kurz zurückliegen. Ich habe mir einen spannenden Thriller versprochen, als der die Geschichte ja auch eingeordnet wurde, aber bekommen habe ich eher einen spannenden Roman als einen packenden Thriller. Die Aufklärung des Falles ist bei der Geschichte eher hintergründig, was mir persönlich sehr gut gefallen habe, da ich Ermittlungsarbeit in Büchern nicht besonders mag, weil sie mich oft langweilen. Die Geschichte wird durch mehrere Perspektiven geschildert, weil ja alle nur ein begrenztes Gedächtnis haben, meist erfährt man die Dinge durch Claire. Mir hat die Idee sehr gut gefallen, dass alle ein elektronisches Tagebuch führen sollen, damit keine wichtigen Ereignisse vergessen werden. Das bedeutet also auch, dass der Mörder nicht gefunden werden kann, wenn er keine Einträge diesbezüglich gemacht hat. Auch Diskriminierung ist ein großes Thema, was mich sehr an einige Dinge erinnert hat, die in unserer Vergangenheit geschehe, bzw. heute aktuell sind.

Der spannendste Teil war für mich der Anfang, wo man als Leser die Welt und die Figuren kennen lernt, danach hat die Spannung für mich stark abgenommen. Da wäre sehr viel mehr möglich gewesen, mir fehlen hier die Thrillerelemente. Die Geschichte ist so originell, leider wurde sie schlecht umgesetzt.

Was mir trotzdem gefallen hat, war die Auflösung des Mordes, denn damit hätte ich nicht gerechnet.

 

Figuren:

Hauptsächlich geht es hier um Claire und Ehemann Mark. Claire ist eine sogenannte Mono, weil ihr Gedächtnis sich nur die Ereignisse eines Tages merken kann, Mark dagegen ist ein Duo, er kann sich zwei Tage merken. Claire und Mark stehen öfter im Mittelpunkt, als sie wollen, da ihre Mischehe etwas Besonderes ist, vor allem, weil die Monos von den Duos diskriminiert werden, weil diese sich für etwas Besseres halten.

Die Figuren fand ich sehr gut ausgearbeitet, die Idee zu diesen Unterschieden und die Diskriminierung, die daraus entsteht, fand ich schrecklich, aber der Geschichte hat es gut getan.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil war flüssig und sehr detailliert, was dazu geführt hat, dass ich keinerlei Probleme hatte, die Figuren oder das System der Welt zu verstehen. 

 

Fazit:

Insgesamt war das Buch für mich eher mittelmäßig, da es keinen richtigen Spannungsbogen gab, wie es bei einem Thriller erwarte. Thrillerfans kann ich es daher nicht empfehlen, wenn man sich jedoch einen spannenden Roman wünscht, könnte man hier auf seine Kosten kommen.

 

Rezension: Mein Leben als Schäfer von James Rebanks

Ein einzigartiger Einblick in ein ländliches Leben.

Klappentext:

James Rebanks‘ Familie lebt seit Generationen im englischen Hochland, dem Lake District. Die Lebensweise ist seit Jahrhunderten von den Jahreszeiten und Arbeitsabläufen bestimmt. Im Sommer werden die Schafe auf die kahlen Berge getrieben und das Heu geerntet; im Herbst folgen die Messen, wo die Herden aufgestockt werden, im Winter die Anstrengung, dass die Schafe am Leben bleiben, und die Erleichterung, die mit dem Frühling kommt, wenn die Lämmer geboren werden und die Tiere wieder in die Berge getrieben werden.

 

Autor:

James Rebanks ist Schäfer im Lake District im Norden Englands. Wie seine Vorfahren, die seit über sechshundert Jahren ihrer Arbeit nachgehen, lebt er in dieser kargen Landschaft. Einblicke in sein Leben gibt er in seiner Autobiografie, die in Großbritannien monatelang auf der Bestsellerliste stand, aber auch auf Twitter (@herdyshepherd1).

 

Daten:

Die gebundene Ausgabe mit 288 Seiten kostet 19,99€, das Taschenbuch 10,00€ und die Kindle-Edition 9,99€. Veröffentlicht wurde das Buch am 13.11.2017 im Penguin-Verlag.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

James Rebanks ist ein Bergschäfer, wie bereits die Generationen vor ihm seit 600 Jahren, bereits als Kind hat er den Vater bei seiner Arbeit unterstützt. von Schule hielt er nicht viel, deswegen hat er sie mit sechzehn abgebrochen, damit er endlich der Leidenschaft nachgehen kann, die ihm im Blut liegt, die Schäferei. Er hat andere Ansichten als sein Vater und Streit ist an der Tagesordnung, deswegen verlässt James irgendwann den elterlichen Hof um sein eigener Herr zu sein. Doch nicht nur an der Landwirtschaft hat James großes Interesse, sondern auch an der Literatur. Das beschert ihm einen hellen und wachen Geist und er holt seinen Schulabschluss nach. Anstatt zu studieren, ändert er sein Leben wieder und kehrt nach Hause zurück.

 

Figur:

James ist ein sehr intelligenter Mensch mit einem wachen Verstand, den er auch zu gebrauchen weiß. Er liebt seine Arbeit als Schäfer heißt und innig, er ist ein Mensch, der um die Schönheit, aber auch die Gefahren, die die Natur mit sich bringen kann, weiß. Seine Welt abwechslungsreich und die Liebe zu den Tieren ist groß, doch er sieht sie auch als das an, was sie sind, Nutztiere. Jedoch lernt er in seiner Zeit in London auch die Städter zu verstehen, sein Leben ist jedoch in den Bergen, in der rauen, aber freien Natur.

 

Schreibstil:

Die Sätze sind klar in ihrem Ausdruck, aber manchmal auch fast poetisch, vor allem, wenn es um die Natur geht. Oft habe ich Gerüche wahrgenommen, oder das Wetter gespürt. Der Schreibstil hat in mir den Wunsch gepackt, aus dem Alltag auszubrechen und mir die wunderbare Landschaft anzusehen, in der James zu Hause ist.

 

Fazit:

Ich liebe Menschen und Bücher, von denen ich etwas mitnehmen kann, der Erfahrungsbericht von James gehört auf jeden Fall dazu. Was mich noch immer beschäftigt, ist die Aussage, dass man darauf achten sollte, das auch altes Wissen nicht verloren geht und wir uns durch die Moderne nicht blenden lassen sollen, denn sonst geht viel von unserer Geschichte und Kultur verloren.

Ich bin noch immer sehr gerührt und vergebe die 5 Sterne mit einem glühenden Herzen.

Rezension: Der Weihnachtswald: Ein Wintermärchen von Angelika Schwarzhuber

Ein gefühlvoller Roman über den Zauber der Weihnacht.

Klappentext:

Wie jedes Jahr an Weihnachten macht sich die alleinstehende Anwältin Eva auf den Weg zu ihrer Großmutter Anna. Das stattliche Anwesen der Familie, umringt von einem Garten mit einem Wald aus Tannenbäumen, ruft viele Erinnerungen hervor. Hier wuchs Eva auf, nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen waren. Im Haus trifft sie nicht nur auf ihren Jugendfreund Philipp, sondern auch auf das Waisenkind Antonie. Während draußen ein Schneesturm tobt, verschwindet das Kind plötzlich spurlos. Auf der gefährlichen Suche nach Antonie landen Eva und Philipp unversehens in der Vergangenheit ... 

 

Autorin:

Die bayerische Autorin Angelika Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie und einem äußerst willensstarken Kater, der in Eigenregie die Schlafzeiten der Autorin bestimmt, in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als Drehbuchautorin für Kino und TV (u.a. »Eine unerhörte Frau«). Wenn sie nicht am Computer Texte dichtet, verzieht sie sich gerne mit Freunden in kleine Berghütten zum Schafkopfspielen. 

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 416 Seiten kostet 9,99€, die Kindle-Edition 8,99€. Veröffentlicht wurde der Roman am 18.09.2017 im blanvalet-Verlag.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

Eva ist eigentlich ein Weihnachtsmuffel und trotzdem kann sie sich von einem Familientreffen an den Feiertagen nicht drücken, weil sie befürchtet, dass es womöglich das Letzte ist, bei dem Großmutter Anna noch anwesend ist, die Gute ist nämlich schon fünfundneunzig Jahre alt. Gegenüber dem Haus von Anna steht ein Waisenhaus, deswegen hat sie die kleine Antonie zu sich eingeladen, die schon lange kein schönes Weihnachtsfest mehr vorstellen kann. 

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, dazu kann ich leider nicht viel mehr sagen, sonst würde ich spoilern. Den Plot fand ich richtig toll und auch der Schluss der Geschichte hat mir wahnsinnig gut gefallen. Die Geschichte ist alles andere als kitschig, der Untertitel des Buches passt in meinen Augen perfekt, es liest sich ein wenig so, als würde man ein Märchen vor dem Kamin vorlesen. 

 

Figuren:

Die kleine Antonie ist schüchtern und stottert, deswegen möchte keine Familie sie adoptieren, und was mir fast das Herz gebrochen hat war, dass sie die Erwachsenen da verstehen kann. Mit dieser Erkenntnis fristet sie ihr Dasein im Waisenhaus.

Eva ist zu Beginn der Geschichte sehr mies gelaunt, weil sie Weihnachten hasst, sie hatte etwas von Ebeneezer Scrooge aus "Eine Weihnachtsgeschichte". Im Laufe der Geschichte ändert sich das allerdings, was mich sehr gefreut hat und nachvollziehbar geschrieben war.

Auch Philipp spielt eine große Rolle in der Geschichte. Er ist Eva's Freund aus Teeniezeiten und der Sohn von Anna's Haushälterin.

Alle Figuren der Geschichte (mit Ausnahme von Eva zu Beginn) sind sehr ausführlich ausgearbeitet und ganz tolle Menschen, die man in einer solchen Jahreszeit gerne um sich hat.

 

Schreibstil:

Bei dieser Geschichte habe ich des Tränen vergossen, weil ich so berührt war. Angelika Schwarzhuber erzählt mit einem wunderbaren leisen, aber sehr warmen Stil und ist für die Geschichte genau die richtige Autorin. Der Roman ist mit seinem Setting und dem Anlass wie geschaffen dafür, die Weihnachtszeit einzuläuten und einen in die passende Stimmung zu versetzen. Hier vergebe ich die 5 Sterne nur zu gerne. Ein wirklich bezaubernder Roman.

Rezension: Das Leuchten einer Sommernacht von Ellen Simon

Bei dieser Geschichte bleibt kein Auge trocken.

Klappentext:

Lynne lässt Träume wahr werden: Ihre Organisation erfüllt die Herzenswünsche schwerkranker Kinder. Ausgerechnet ein Wunsch entpuppt sich aber für sie selbst als Albtraum, denn plötzlich steht ihre Jugendliebe vor ihr: Reed Rivers war ein rebellischer Teenager, heute ist er ein umschwärmter Rugbystar, ein walisischer Nationalheld. Und er scheint den Tag nicht vergessen zu haben, an dem Lynne ihn sitzen ließ. Zum ersten Mal wünscht Lynne sich selbst etwas – nämlich dass Reed wieder aus ihrem ruhigen Leben verschwindet. Doch da ist auch die Erinnerung an leuchtende Sommernächte und das Gefühl, dass sie sich lange genug gegen die große Liebe gewehrt hat ...

 

Autorin:

Ella Simon wuchs in einer Kleinstadt in der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und ihre Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf machte. Ihre Liebe zu Wales arbeitete sie bereits in ihre historischen Romane ein, die sie mit großem Erfolg unter ihrem Klarnamen Sabrina Qunaj veröffentlicht.

 

Daten:

Das Taschenbuch mit 400 Seiten kostet 9,99€, die Kindle-Edition 8,99€. Veröffentlicht wurde der Roman am 17.07.2017 im Goldmann-Verlag. "Das Leuchten einer Sommernacht" ist der zweite Teil einer Serie, der erste Band war "Ein Gefühl wie warmer Sommerregen". Beide sind in sich abgeschlossen, lediglich einige Figuren kommen in beiden Geschichten vor.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

Am Anfang des Romans sind Lynne und Reed als Teenager zusammen. Doch die Beziehung ist alles andere als harmonisch, denn Reed's Eltern sind geschieden und er leidet an ADHS. Er umklammert Lynn völlig und macht sein Glück von ihr abhängig. Das kann Lynne auf Dauer nicht tragen und beendet die Beziehung. Als erwachsene Frau arbeitet sie in einer Wunscherfüllungs-Organisation und lernt Winnie kennen. Winnie ist ein kleiner Junge, der schwer krank ist und dessen Wunsch es ist, das walisische Rugbyteam kennen zu lernen, in dem auch Reed spielt. So laufen sich die beiden nach vielen Jahren erneut über den Weg und die Vergangenheit kocht wieder hoch.

Erzählt wird die Geschichte durch die Sicht von Lynn, Reed, Winnie und dessen Mutter Jen. So bekommt man einen umfangreichen Einblick in Gedanken und Gefühle der einzelnen Figuren, was mir sehr zugesagt hat. Es wurde nie kompliziert und ich konnte die Geschichte jederzeit gut verfolgen. Die verschiedenen Sichtweisen haben das sogar noch verstärkt und den Roman zu etwas Besonderem gemacht.

Mit dieser Geschichte wurde zwar das Rad nicht neu erfunden, und man kann sich denken, wie der Plot endet, aber der Weg dahin, mit all seinen Ereignissen und den tollen Figuren machen hier den Reiz aus. Ich fand die Story wirklich wunderschön.

Sehr gut gefallen hat mir hier auch, dass wir die Entwicklung von zwei Pärchen verfolgen, aber wer das ist, müsst Ihr schon selber lesen. ;-)

 

Figuren:

Lynne ist zu einer starken und selbstbewussten Frau herangewachsen, sie lässt sich so schnell von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen und die Arbeit mit ihrer Organisation erfüllt sie total. Aber nicht nur Reed hat sich nach der Trennung sehr verändert, sondern auch sie, denn sie geht Dingen aus dem Weg, die sie verletzen könnten. Das Wiedersehen mit Reed bringt diese Einstellung ins Wanken.

Reed hat nie wirklich vergessen können, das Lynne ihn damals sitzen gelassen hat, ist jedoch ein sehr charismatischer Mann geworden, auch ihn bringt das Wiedersehen durcheinander.

Winnie ist neun Jahre alt, hat Mukoviszidose und muss ihr Sauerstoffgerät immer dabei haben. Von ihrer Krankheit lässt sie sich nicht unterkriegen, ihr großes Hobby ist Rugby zu schauen und sie schwärmt für das walisische Team.

Jen ist Winnie's Mutter wurde von ihrem Mann verlassen, seitdem schultert sie den Alltag mit Winnie alleine, Oliver, der beste Freund ihres Exmannes gibt ihr jedoch einen Job, damit sie wenigstens Geld verdienen kann. 

 

Schreibstil:

Der Stil von Ella Simon lässt wirklich keine Wünsche offen. Sie schreibt flüssig und locker, aber sehr gefühlvoll und detailliert, sodass man die Szenen mit all ihren Details förmlich spüren kann, was man besonders beim Setting gemerkt hat. Das Lesen hat mir großen Spaß gemacht und mich sehr berührt.

 

Fazit:

Mit hat es hier an nichts gefehlt, die Geschichte war wundervoll. Sie hatte alles, was ein toller Liebesroman braucht und bekommt daher von mir 5 Sterne.

Rezension: Wie ich plötzlich reich wurde und dachte, alles wird cool von Stephanie Polák

Macht Geld wirklich glücklich?

Klappentext:

Theo kriegt die Krise: Seit Tante Britta ihren Job verloren hat, wohnt er mit ihr und seiner Mutter zusammen und jetzt planen die beiden ernsthaft, Theos Zimmer zur Hälfte in ein Kosmetikstudio umzuwandeln! Geht‘s noch?! Dass Theos Schwarm Kim mit Danny zusammen ist, toppt das Ganze. Klar, der gehört eben zu den Coolen. Ob sich das ändern würde, wenn Theo reich wäre? Und dann hat Tante Britta die Chance 500.000 Euro in einer TV-Show zu gewinnen …

 

Autorin:

Stephanie Polák lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Berlin. Sie arbeitete viele Jahre bei Film und Fernsehen, unter anderem als Musikredakteurin bei MTV und in der Produktion von internationalen Kinofilmen im Studio Babelsberg. Irgendwann begann sie, ihre eigenen Geschichten zu erfinden. Etwas anderes möchte sie nie wieder tun.

 

Daten:

Die gebundene Ausgabe mit 184 groß bedruckten Seiten kostet 12,90€ und wurde am 28.08.2017 im Südpol-Verlag veröffentlicht.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar.

 

Handlung:

Theo hat es wahrlich nicht leicht, denn seine Eltern sind geschieden. Seine Mutter muss viel arbeiten, damit die kleine Familie über die runden kommt. Zu der gehört außer Theo nicht nur seine Mutter, sondern auch Tante Britta. Die beiden Frauen kommen auf die Idee, eine Hälfte von Theo's Zimmer mit Hilfe von einem kitschigen Schminktisch und einem hässlichen Vorhang in ein Kosmetikzimmer umzuwandeln, in dem Britta dann ihre Kunden empfangen kann. Als wenn das nicht reicht, findet Theo noch heraus, dass seine große Liebe Kim mit einem blöden Typen namens Danny zusammen ist, und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Was mir sehr gut gefallen hat war, dass man Theo bei allem begleitet, was er so treibt, das schließt Treffen mit den Freunden und die Schule mit ein, aber auch die Liebe kommt in der Geschichte nicht zu kurz. Die Kernaussage der Geschichte, dass materielle Dinge nicht unbedingt glücklich machen, finde ich in einem Jugendbuch sehr gut aufgehoben und auch hier ist das durch verschiedene Ereignisse sehr gut rüber gebracht worden.

 

Figuren:

Protagonist ist der vierzehnjährige Theo, der mit wirklich leid getan hat. Bei ihm läuft es nicht gerade rund, sondern zu Beginn der Geschichte genau anders herum. Er wohnt in einem der ärmeren Viertel in seiner Gegend, und kann sich keine Träume erfüllen, was in ihm den Traum weckt, reich zu sein. Ich mochte ihn gut leiden und hatte ein starkes Mitleidsgefühl, aber leider hat seine Erzählstimme meiner Meinung nach oft überhaupt nicht zu ihm gepasst, sondern wäre eher bei einem Erwachsenen Mitte zwanzig angebracht gewesen.

Auch die anderen Figuren fand ich sehr witzig, wie z.B. Theo's besten Freund Luca. Er ist Italiener und lässt das auch gerne heraus hängen, weil er denkt, er könnte die Mädchen damit beeindrucken. Aber auch die verschiedenen Teilnehmer bei der Spielshow waren sehr lustig.

Insgesamt waren wirklich tolle Figuren dabei, aber auch bei den anderen Jugendlichen passte mit die Erzählstimme nicht so.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, locker und leicht,  man fliegt nur so über die Seiten, für junge Teenies ist die Art sicherlich sehr gut geeignet.

 

Fazit:

Mir hat der Roman leider nicht gefallen und ich fühlte mich nur durchschnittlich unterhalten. Dadurch, dass mir die Erzählstimme der Jugendlichen nicht gepasst hat, wurde ich immer wieder aus dem Lesefluss gezogen, da die Figuren mit deswegen unglaubwürdig vorkamen. Aber das ist Geschmackssache und das sieht vielleicht jeder anders. Die Kernaussage der Geschichte, dass Geld alleine nicht glücklich macht, finde ich sehr wichtig für junge Menschen, die sich gerade ihren eigenen Platz im Leben suchen.